ana / mia

Liebe Ana, liebe Mia, nie hatte ich so treue Freundinnen wie euch. Seit ich 13 bin, lasst ihr mich nicht mehr los. Ihr bestimmt mein ganzes Leben, spukt in meinem Kopf herum. Alle meine Gedanken gehören euch, und euch gehören alle meine Gedanken. Ohne euch kann ich nicht sein. Und gleichzeitig wünsche ich mir so sehr, euch zu entkommen, und manchmal schaffe ich es sogar, ich kämpfe und kämpfe und entwinde mich euren knochigen Klauen. Aber ihr wollt mich nicht freigeben, nein. Du, Ana, hattest mich zuerst gefangen und als du mich vollständig in deinen Bann gezogen hattest, tat Mia es dir gleich. Ihr geht Hand in Hand. Während du, Ana, mich zwingst, täglich gefühlte 3000 mal auf die Waage zu steigen, sorgst du, Mia, dafür, dass ich nach jeder Mahlzeit meinen Finger in den Hals stecke und würge bis ich kotzen muss. Ihr redet mir ein, dass ich mich schämen soll, wenn meine Rippen nicht mehr herausstechen, verzerrt die Wahrnehmung meiner selbst. Alles, was ihr euch von mir wünscht, ist, dass meine Beckenknochen noch weiter hervorstehen, dass meine Regel nie mehr unsere traute Menage-à-trois stört. Und ich lasse es mir gefallen, ja, will es euch sogar recht machen. Denn ihr macht mich ganz schwindlig - vor Glück, nicht, weil ich an manchen Tagen nur Eiswürfel zu den Mahlzeiten verspeise und mein einziges Highlight der Blick auf die Waage ist, wenn ich noch weniger als am Vortag wiege. Aber ihr seid so grausam. Ich hasse euch deswegen. Und gleichzeitig liebe ich euch so sehr; so sehr, dass ich für euch sterben würde. Aber ich kann das nicht mehr, ihr macht mich kaputt. Es ist Zeit, mich freizugeben. Das rote Armbändchen, das du mir zu Beginn unserer Freundschaft schenktest, Ana, gebe ich dir zurück. Und ich hoffe, dass du es nie mehr weitergibst.

forever-ana15 am 17.7.15 18:19

Letzte Einträge: ich bin wieder da, Warum ist der Blog inaktiv ????

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen